Urie Bronfenbrenner
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(* 29. April 1917 in Moskau) ist ein Entwicklungspsychologe.
Bronfenbrenners Familie emigriert 1923 in die USA. 1938 macht Urie seinen Abschluss in Psychologie und Musik an der Cornell University in New York, 1942 promoviert er im Bereich Entwicklungspsychologie. 1946 wird er Assistenz-Professor für Psychologie an der University of Michigan, 1948 wechselt er an die Cornell University, an der bis zu seiner Emeritierung 1987 lehrt. Anfang der 1960er Jahre ist er einer der ersten US-Wissenschaftler, die über ein Austauschprogramm in die Sowjetunion gegangen sind.
Bekannt geworden ist Bronfenbrenner mit seiner Theorie der menschlichen Entwicklung, dem ökosystemischen Ansatz. Dabei stellt er die besondere Bedeutung der Übergänge zwischen Systemen (wie zum Beispiel die Einschulung) heraus, im Gegensatz zu anderen systemischen Ansätzen, die vor allem nach der Struktur oder den Regeln der Systeme fragen.
Der ökosystemische Ansatz findet beispielsweise bei der Behinderungsdefinition von Sander Verwendung.
Pädagogische Relevanz erlangt Bronfenbrenner vor allem in dem von ihm mitbegründeten Head-start-Programm zur Frühpädagogik. Bronfenbrenner entwickelt erstmals in Deutschland anlässlich der Rede zu seiner Münsteraner Ehrenpromotion auch Gedanken für ein Caring Curriculum.
Für seine Arbeiten wird er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit insgesamt sieben Ehrendoktorwürden (beispielsweise von der Technischen Universität Berlin und der Universität Münster). An Preisen erhält er beispielsweise 1975 die Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen der amerikanischen erziehungswissenschaftlichen Gesellschaft, 1977 den Kurt Lewin-Preis der Amerikanischen Psychologischen Gesellschaft, 1984 eine Auszeichnung für außergewöhnliche Errungenschaften der University of Michigan sowie 1987 den Preis für außergewöhnliche wissenschaftliche Beiträge zur Entwicklung von Kindern der Gesellschaft zur Erforschung der kindlichen Entwicklung. 1994 benennt die Cornell-University das Zentrum für Familien- und Lebenslaufforschung Bronfenbrenner Life Course Center. 1996 stiftet die Amerikanische Psychologische Gesellschaft den Bronfenbrenner Preis für lebenslange Beiträge zur Entwicklungspsychologie im Dienste der Wissenschaft und Gesellschaft, deren erster Preisträger Urie Bronfenbrenner selbst wird.
Weblinks
Veröffentlichungen
- Urie Bronfenbrenner: Die Ökologie der menschlichen Entwicklung. Natürliche und geplante Experimente, Klett-Cotta, 1981, ISBN 3-12-930620-X.
- Urie Bronfenbrenner: Recent Advances in Research on the Ecology of Human Development, in: R.-K. Silbereisen, K. Eyferth, G. Rudinger: Development as Action in Context - Problem Behaviour and Normal Youth Development, Berlin: Springer, 1986, S. 287 - 310.
- Urie Bronfenbrenner, Ann Crouter: The evolution of environmental models in developmental research, in: P.-H. Mussen: Handbook of Child Psychology, Volume I: History, Theory, and Methods, 4. Auflage, New York: John Wiley & Sons, 1983, S. 357 - 414.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bronfenbrenner, Urie |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Entwicklungspsychologe |
| GEBURTSDATUM | 29. April 1917 |
| GEBURTSORT | Moskau |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
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